Keiler-Ausflug mit technischen und historischen Komponenten

Bratwurst auf der Autobahn

Schötmar/ Paderborner-Land /Sauerland (MS). Einen sehr inhaltsreichen Ausflug startete kürzlich unsere Keiler-Kompanie. Zunächst wurde das Heinz-Nixdorf-Forum, das weltgrößte Computer-Museum, angesteuert.

Schon bei der Anfahrt erfuhren die Reisenden Wissenswertes – von der Idee (1977) bis zur Realisierung (1996). Heinz Nixdorf (verst. 1986) hatte anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums viele historische Exponate aus der Bürowelt geschenkt bekommen, diesen Schatz erweiterte er immer mehr, besessen von der Idee eines Museums, dessen Eröffnung er durch Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahre 1996 nicht mehr mit erleben konnte. Im Museum wurde der Horizont der Mitfahrer abermals erweitert. Die Führung durch die Etagen übernahm Kompaniechef Michael Schüler selbst und konnte manch Wissenswertes transportieren.

So erfuhren die Interessierten, was Bierbrauen, das Forum und die Ägypter verbindet. Ja, die Mesopotamier waren die ersten Bierbrauer, die per Symbolik eine Art Buchführung eingeführt haben, ohne Papier, ohne Zahlen geschweige denn mit Computern, denn rund 2000 Jahre vor Christi gab es nur Tontafeln und Symbole. Das didaktisch gut aufgebaute Museum ließ dann die anderthalb Stunden dauernde Führung wie im Fluge vergehen, mit im Spiel bei der „Computerei” sind dort nicht nur die Mathematik, sondern auch die Bürogerätschaften, die Kommunikationsmöglichkeiten und deren Verquickungen in der heutigen Computerwelt. Krönender Abschluss der Ausstellung war ein sprechender Roboter.

Das nächste Ziel war dann die Wewelsburg. Viele Mythen ranken sich um die einzige deutsche Dreiecksburg. Auch hier konnten die Mitreisenden im Vorfeld während der Busfahrt ihr Wissen erweitern. Gebaut wurde die Burg bereits im Mittelalter, in den vielen Jahren wurde das Gebilde des Öfteren zerstört und immer wieder aufgebaut. 1934 mietete dann die Waffen-SS unter Heinrich Himmler die Burg vom Kreis Büren an. Dort sollten fortan Schulungen für Truppenführer stattfinden. Das Dorf Wewelsburg wurde ebenfalls von den „Mietern” stark geprägt. Eine dort ansässige „Gedenkstätte des Terrors der SS” konnte ebenfalls zur Wissenserweiterung beitragen. Ein ursprünglicher Plan, um die Burg eine weitere wesentlich größere zu bauen, konnte schließendlich nicht mehr umgesetzt werden, denn die Kriegsniederlage nahte und die Burg wurde im März 1945 komplett gesprengt. Nach dem Krieg wurde diese wiederaufgebaut und dort eben diese weltweite einmalige und einzige Gedenkstätte errichtet, die auch an die vielen Toten des dortigen Konzentrationslager erinnert.

Vorletzte Station war dann das Sauerland, genauer gesagt der Möhnesee mit seiner Talsperre. Diese wurde im Mai 1943 von den Briten durch eine „Rollbomben” gesprengt. Viele Millionen-Liter Wasser ergossen sich bis ins Möhnetal bis hin nach Essen, was rund 1600 Menschen das Leben kostete, wie es vom Kompaniechef zu erfahren gab. Dies war aber nicht das Kernziel, sondern eine nette erholsame Schifffahrt auf dem See.

Bei der Rückfahrt wurde dann vom „Chef” angekündigt, dass man sogleich auf der Autobahn erstmalig in der Kompaniegeschichte grillen würde. Dies wollten die Mitfahrer aber nicht so richtig glauben. Alsdann wurde der neue Rastplatz „Lipperland” angesteuert, mehrere Einweggrills aktiviert, um nach 10 Minuten tatsächlich die ersten leckeren Bratwürstchen auf der Autobahn zu verzehren.

Wie von den Mitreisenden abschließend zu hören war, sei der Tagesausflug sehr lehrreich, äußerst interessant, kurzweilig und immer wieder überraschend gewesen.

Bilder & Bericht | Michael Schüler